In den meisten Fällen starten Mitarbeitende nicht auf der Intranet-Startseite.
Sie überspringen sie. Sie suchen woanders. Sie gehen direkt zu Teams. Sie fragen eine Kollegin oder einen Kollegen. Sie nutzen den alten Lesezeichen-Link aus 2021. Der funktioniert irgendwie immer noch.
Nicht, weil sie schwierig sind. Nicht, weil sie Intranets heimlich hassen. Sondern weil die Startseite irgendwann aufgehört hat, nützlich zu sein.
Haben Mitarbeitende erst gelernt, die Startseite zu ignorieren, gewinnen Sie ihre Aufmerksamkeit nicht mal eben nebenbei zurück.
Das Problem ist selten ein einzelner defekter Link oder eine langweilige Meldung. Meist handelt es sich um ein Muster: zu viel Rauschen, zu wenig Relevanz und kein klarer Grund zurückzukommen.
Sieht gut aus. Funktioniert schlecht.
Die Startseite sieht gut aus. Warum nutzt sie dann niemand?
Das ist eines der häufigsten Intranet-Probleme. Die Startseite ist gebrandet. Das Layout ist aufgeräumt. Die News sind veröffentlicht. Die Quick Links sind da. Vielleicht dreht sich sogar tapfer ein Karussell durch fünf Updates, auf die niemand geklickt hat.
An der Oberfläche wirkt alles in Ordnung. Aber „in Ordnung” heißt nicht wirksam.
Mitarbeitende kommen nicht, um das Layout zu bewundern.
Sie kommen, weil sie etwas brauchen: eine Richtlinie, ein Formular, ein Tool, ein Unternehmens-Update oder eine klare Antwort auf eine ganz praktische Frage.
Hilft die Startseite nicht schnell, gehen sie wieder.
Und wenn sie oft genug gehen, versuchen sie es irgendwann gar nicht mehr. So verliert sich die Nutzung, ganz leise.
Die Hauptgründe
Sieben Wege, wie eine Startseite Mitarbeitende ungewollt zum Ignorieren erzieht.
Meist wird die Startseite nicht ignoriert, weil sie leer ist. Sie wird ignoriert, weil der Nutzen zu schwer zu erkennen ist.
1. Sie versucht, alles auf einmal zu sagen
Jede Ankündigung, jede Kampagne, jedes Abteilungs-Update. Und das eine „wichtige” Banner, das eigentlich letzten Monat verschwinden sollte. Wenn alles dringend ist, ist nichts mehr dringend.
2. Sie ist um Inhalte gebaut, nicht um Aufgaben
Viele Startseiten orientieren sich daran, was das Unternehmen veröffentlichen will. Mitarbeitende fragen sich etwas anderes: Wohin müssen sie? Was hat sich geändert? Wen sollen sie kontaktieren? Was zählt für sie?
3. Sie fühlt sich für alle gleich an
Eine generische Startseite lässt sich leicht verwalten. Leider lässt sie sich auch leicht ignorieren. Relevanz verschwindet, wenn alle dasselbe sehen.
4. Das Wichtige geht im Rauschen unter
Die richtige Information ist vielleicht vorhanden, aber unter Bannern, unklaren Bezeichnungen und konkurrierenden Updates begraben. Wenn alles gleich wichtig aussieht, sticht nichts mehr heraus.
5. Sie verändert sich nicht auf sinnvolle Weise
Verändert sich eine Startseite nie, gibt es für Mitarbeitende keinen Grund zurückzukommen. Verändert sie sich ständig ohne Struktur, entsteht ein anderes Problem: viel Glück.
6. Niemand verantwortet den ersten Eindruck
Ohne klare Verantwortung wird die Startseite zum Verhandlungstisch statt zur Mitarbeitererfahrung. Die eigentliche Frage sollte lauten: Was müssen Mitarbeitende zuerst sehen?
7. Mitarbeitende vertrauen der Startseite nicht mehr
Finden Mitarbeitende wiederholt veraltete Inhalte, defekte Links, irrelevante Updates oder eine verwirrende Navigation, lernen sie, sich nicht auf das Intranet zu verlassen. Aus einer schlechten Erfahrung werden zwei. Aus zwei wird eine Gewohnheit.
Was Mitarbeitende wirklich brauchen
Mitarbeitende brauchen keine Startseite, die alles kann. Sie brauchen eine, die schneller zum Ziel führt.
Eine starke Intranet-Startseite macht Prioritäten klar, hilft Mitarbeitenden, wichtige Tools und Ressourcen zu finden, zeigt aktuelle Updates, reduziert Rauschen, führt zu konkreten Handlungen und wirkt vertrauenswürdig genug, um wiederzukommen. Dafür braucht es drei Dinge:
Der Montagmorgen-Test
Die eigentliche Frage: Würden Sie wiederkommen?
Betrachten Sie Ihre Intranet-Startseite so, als wären Sie eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter an einem vollen Montagmorgen.
Lautet die Antwort „vielleicht“, lohnt sich ein genauerer Blick. Lautet sie „eher nicht“, herzlichen Glückwunsch: Sie haben gerade erlebt, was viele Mitarbeitende täglich still für sich entscheiden.
Von ignoriert zu nützlich
Von der ignorierten Startseite zum vertrauenswürdigen Ausgangspunkt.
Mitarbeitende ignorieren Intranet-Startseiten, wenn der Nutzen nicht klar ist. Nicht, weil das Intranet zum Scheitern verurteilt ist. Nicht, weil Mitarbeitende nie zufriedenzustellen sind. Und nicht, weil die Startseite ein digitaler Zirkus mit noch mehr Widgets, Bannern und beweglichen Teilen werden muss.
Sie muss wieder nützlich werden. Klarer. Relevanter. Einfacher zu navigieren. Weniger überladen. Näher an der tatsächlichen Arbeitsweise der Menschen.
Ihre Intranet-Startseite sollte sich nicht wie ein Pflichttermin anfühlen. Sie sollte sich wie der naheliegende Ausgangspunkt anfühlen.
Weniger Ablenkungen
Mehr Relevanz
Bessere Nutzung
Die nächste Frage
Wenn Mitarbeitende Ihre Startseite ignorieren, was schreckt sie ab?
Funktioniert die Startseite, funktioniert auch alles danach besser: Kommunikation, Nutzung, Engagement, Vertrauen und die gesamte digitale Mitarbeitererfahrung.
Lydia Schierig
Junior Field Marketing Manager
B2B-Marketing trifft auf kulturelle Finesse: Lydia beweist, dass starker Content kein Selbstzweck ist, sondern Vertrauen schafft. Mit Erfahrung in den Bereichen LegalTech, Hospitality und SaaS hat sie Markenpräsenzen dort aufgebaut, wo Glaubwürdigkeit alles ist. Bei Powell vereint sie deutsche Präzision mit Pariser Flair, um Kampagnen zu entwickeln, die echte Menschen erreichen. Ihr Fokus? Die Brücke zwischen Sales und Marketing zu schlagen, weil die besten Ergebnisse durch Teamarbeit entstehen. Wenn sie nicht gerade Strategien entwirft, erkundet sie die Straßen von Paris, immer auf der Mission, den absolut besten Kaffee der Stadt zu finden.
